Tour de Handwerk

INTEGRATION IST AUCH
HANDWERK

Die „Tour de Handwerk“ ermöglicht Jugendlichen, innerhalb kurzer Zeit einen guten Überblick über die verschiedenen Handwerksberufe zu gewinnen.

"Tour de Handwerk" in der Caritas Region Schwarzwald-Gäu

Einen Beruf zu finden, der zu einem passt, das ist manchmal gar nicht so einfach. Besonders schwierig ist es für Jugendliche, die einen Fluchthintergrund haben und erst seit kurzem in Deutschland leben. Das deutsche Handwerk genießt international einen hervorragenden Ruf und hat vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten, die man als Neuankömmling gar nicht überschauen kann. Um Jugendlichen einen Überblick über die vielen Bereiche und den möglichen Arbeitsalltag zu geben, wurde die „Tour de Handwerk“ ins Leben gerufen.

Tour de Handwerk: Auszubildende Selina KoßTour de Handwerk: Portrait Esmathalla Amini

Hier erhalten Jugendliche die Möglichkeit, im Schnelldurchlauf verschiedene handwerkliche Betriebe kennenzulernen. So können sie erste praktische Erfahrungen sammeln, einen Einblick in den Berufsalltag des jeweiligen Handwerks gewinnen und bei Interesse an dem Beruf direkt wichtige Kontakte knüpfen.

Susanne Sitzenfrei betreut die „Tour de Handwerk“ bei der Caritas Schwarzwald-Gäu in Sindelfingen. Sie beschreibt die Idee dahinter so: „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen mitmachen dürfen. Im alltäglichen Arbeiten spricht man am meisten und man lernt auch am meisten.“ An einem Tag besucht eine Gruppe von Jugendlichen zusammen mit einem Betreuer oder einer Betreuerin verschiedene handwerkliche Betriebe und wird nach einer kleinen Vorstellungsrunde über den Beruf direkt mit exemplarischen Arbeiten vertraut gemacht – natürlich unter fachkundiger Anleitung der Ausbilder.

Für die ersten Schritte ins Arbeitsleben eine grosse Hilfe

Ein Partner der „Tour de Handwerk“ ist die Unternehmensgruppe Heinrich Schmid, die sich mit Maler- und Stuckateurarbeiten sowie Innenausbau befasst. Wie ein solcher Besuch der Jugendlichen ablaufen kann, erlebten wir heute hautnah in Tübingen. Der Geruch von frischer Farbe, die weiße Arbeitskleidung mit kleinen Farbflecken – man merkt sofort, woran hier heute gearbeitet wird. Nach einer kurzen Einführung zu den verschiedenen Arbeitsbereichen geht es sofort los: Eine Wand wird bunt gestrichen, im Anschluss, mit einer Schutzmaske ausgestattet, ein Fensterrahmen lackiert.

Tour de Handwerk: Vorbereitung tapezieren

Heute nimmt auch Esmathalla Amini an der „Tour de Handwerk“ teil. Er ist 24 Jahre alt und lebt nach seiner Flucht aus Syrien seit Mitte 2015 in Deutschland. Besonders beeindruckt haben ihn die professionelle Arbeitsweise und die Vielseitigkeit der Maler und Lackierer. Er wird gleich richtig Hand anlegen und Wände, Türen und Fenster streichen.

Caritas-Mitarbeiterin Sema Kocabiyik, unter anderem zuständig für Sprach- und Integrationsförderung, zeigt sich zufrieden mit dem heutigen Tag: „Ich denke, dass wir den Schülern eine gute Auswahl anbieten. Unsere Touren sind auch immer voll ausgebucht.“ Durch die Tour de Handwerk ergaben sich bereits zahlreiche Praktika und sogar Ausbildungsverhältnisse.

Ein Beispiel ist Selina-Sonja Koß, die einen Ausbildungsplatz als Malerin und Lackiererin bei der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid gefunden hat. „Das hat sich durch die Caritas ergeben. So konnte ich den Betrieb und meine jetzige Ausbilderin kennenlernen. Ich habe hier ein Praktikum gemacht und dann gleich meine Ausbildung angefangen.“ Sie ist zufrieden: „Die Mitarbeiter sind alle sehr nett und freundlich, wir haben bei der Arbeit sehr viel Spaß, jeden Tag.“ Ihre Ausbilderin Svenja Ponath ist bei der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid für die Lehrlingsbetreuung am Standort Sindelfingen zuständig. „Mit der Tour de Handwerk und der Caritas haben wir bereits einige Erfahrungen gesammelt. Wir haben mit Schülergruppen Wände gestrichen und Musterplatten erstellt. Die Jugendlichen sind sehr aufgeweckt und interessiert.“

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Ali suhaila1. Mai 2017 15:52

Irak

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