Team Caritas

DAS PERFEKTE
ZUSAMMENSPIEL

Die Fußballmannschaft „Team Caritas“ nimmt seit 2010 am jährlichen Förderturnier des SC Freiburg teil.

Integration sportlich nehmen

Jeder hat doch Stärken, manch einer kann vielleicht noch nicht so gut sprechen, aber dafür hervorragend Fußball spielen!“ Konrad Mayer vom Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald hat deshalb das „Team Caritas“ gegründet, das seit 2010 an Turnieren teilnimmt. „Obwohl sich die Jungs teilweise erst kurz vor dem Spiel kennenlernen, haben wir es so geschafft, dass alle integriert wurden – das ist für mich heute noch ein Wunder.“

Die Spieler kommen aus Syrien, Äthiopien, Gambia, Pakistan, Ecuador, Chile und Nigeria. Sie alle haben unterschiedliche Hintergründe. Und die verschiedensten Gründe, weshalb sie nach Deutschland gekommen sind. Am 3. September 2016 trifft sich die Mannschaft im Freiburger Möslestadion, wo an diesem Tag ein Förderturnier des Bundesligisten SC Freiburg stattfindet.

Team Caritas: das Fußballteam 2016Team Caritas: Portrait Trainer Konrad MayerHerr Mayer kann sich gut an die Anfänge erinnern: „Vor sechs Jahren haben wir zum ersten Mal an dem Turnier teilgenommen und waren gespannt, welche Platzierung wir belegen werden. Und siehe da, wir haben das Turnier gewonnen! Das hat mich dazu motiviert, jedes Jahr mitzumachen. Die Gemeinsamkeit aller Caritas-Teams ist das unglaubliche Vertrauen zueinander.“ Die Idee hinter der Caritasmannschaft ist neben dem Sport, die Integration der Spieler voranzubringen und ihr Selbstbewusstsein aufzubauen.

Flanke, Kopfball, Heimat!

Der Co-Trainer der Mannschaft, Fritz Wild, arbeitet im Migrationsdienst der Caritas und vermittelt noch nicht anerkannte Flüchtlinge in Arbeit und Beruf. Wichtig ist ihm die aktive Teilhabe an der Gesellschaft: „Integration passiert durch Kontakt. Kontakt ist enorm wichtig, und den hatten wir heute. Wir haben zusammen gespielt, und wir haben fair gespielt. Die anderen sollen sehen: Diese Menschen sind anders, aber nicht so anders, dass man sie ablehnen müsste.“

Die Stimmung im Stadion ist ausgelassen und die Caritasmannschaft in den leuchtend weißen Trikots gibt von Anfang an ihr Bestes: Das erste Spiel wird 4:0 gewonnen. Der Schlachtruf für die Spieler ist schnell gefunden. „Caritas – das macht Spaß.“ Das nächste Spiel geht verloren, am Ende des Tages reicht es für einen soliden achten Platz.

Ein Erfolg, der Fritz Wild in seinem weiteren Engagement bestätigt: „Das ist keine einmalige Aktion. Mit dem Tag heute verändert sich zwar nicht alles, aber es ist ein Anfang. Wir haben versucht, viele verschiedene Hintergründe zu integrieren. Wir können zeigen, dass wir ein breites Spektrum an Menschen haben, die unser Land bereichern, vor allem für die Zukunft.“

Deutschland ist meine zweite Heimat

Einer der Spieler ist Ali Shah. Er kommt aus Pakistan und wurde dort von den Taliban mit dem Tode bedroht, weil er Unterricht auch für Mädchen gab. Ali lebt heute in Badenweiler in der Nähe von Freiburg und arbeitet als Bauingenieur. „Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit. Es ist meine zweite Heimat.“

Team Caritas: Portrait EyobAuch viele der anderen Spieler fühlen sich inzwischen heimisch in Freiburg und Umgebung. Einige haben jedoch keine Bleibeperspektive, weil sie aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ kommen. Dieses Zwischenstadium, nicht zu wissen, ob es Sinn macht, Deutsch zu lernen, sei das größte Hindernis für Integration, so Fritz Wild.

Auch bei Eyob Kidus, der aus Äthiopien kommt, ist nicht klar, ob er bleiben darf. Dabei ist er schon seit etlichen Jahren in Deutschland und bestens integriert. Er kam über Amerika nach Deutschland, hat in einer Staudengärtnerei gelernt und arbeitet jetzt in Freiburg als Gärtner. „Die ersten Jahre waren anstrengend. Aber wenn man es wirklich schaffen will, kann man es schaffen“, sagt er. Auf die Frage, was er an Deutschland schätzt, muss er nicht lange überlegen: „Ich mag an den Deutschen, dass sie die Arbeit ernst nehmen!“

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