Lebende Bibliothek

EIN FEST FÜR
DIE INTEGRATION

Miteinander statt übereinander reden: Die „lebende Bibliothek“ – heute zu Gast in Lindlar – bringt Menschen zusammen.

Jeder Mensch ist einzigartig

Die kulturelle Vielfalt feiern und Grenzen durchbrechen – unter diesem Motto stand „Vielfalt – Das Fest“ am 25. September 2016 im Freilichtmuseum Lindlar. Der Caritasverband für das Erzbistum Köln stellte an diesem Tag das Konzept der „lebenden Bibliothek“ den rund 1000 Gästen jeden Alters vor. Darunter befanden sich viele Familien mit einer Fluchtgeschichte.

lebende Bibliothek: Vielfaltfest in Lindlarlebende Bibliothek: Berivan & Hildegard

Das Prinzip der „lebenden Bibliothek“ ist so einfach wie originell. Der Grundaufbau hat große Ähnlichkeit mit einer herkömmlichen Bibliothek: So erhalten die Besucher einen Bibliotheksausweis und können sich damit ein Buch ausleihen – allerdings besteht dieses „Buch“ aus Fleisch und Blut und stellt sich als richtiger Mensch mit einer selbst erlebten, spannenden Geschichte heraus. Heute haben sich 14 Menschen unterschiedlichster Herkunft als lebende Bücher zur Verfügung gestellt. Insgesamt besteht die „Bibliothek“ aus über 250 lebenden „Büchern“.

Vielfalt statt Vorurteile

Verantwortlich für das Projekt ist Sabine Kern vom Kölner Diözesan-Caritasverband. Sie fasst das Ziel so zusammen: „Es geht darum, zu zeigen, dass Schubladendenken nicht funktioniert, sondern jeder Mensch etwas hat, was ihn einzigartig macht.“

lebende Bibliothek: BuchausleiheBerivan Pektas ist heute zum ersten Mal als lebendes Buch dabei. Sie ist Muslima und hat sich selbst einen kontroversen „Buchtitel“ verpasst: „Ich trage ein Kopftuch, trotzdem bin ich nicht von gestern.“ Sie freut sich schon auf intensive Gespräche: „Ich glaube, es wird sehr interessant werden, einen Teil von mir offenzulegen, und den Menschen zu erzählen, was man erlebt hat und wie man etwas empfindet.“

Schon kurz nach Eröffnung des Vielfalt-Festes herrscht auf dem Gelände buntes Treiben. Am Stand der Caritas versammeln sich die ersten neugierigen Gesichter und die Gesprächspartner verteilen sich mit den „Büchern“ auf die umliegenden Sitzgelegenheiten.

Offenheit und Neugierde befördern die Integration

Ebenfalls als lebendes Buch am Stand dabei ist der Theater-Regisseur Gregor Leschig. Beidseitige Offenheit und Neugierde aufeinander sind für ihn wichtig, damit Integration gelingen kann. Und diese Offenheit spürt man auf dem ganzen Gelände des Vielfalt-Festes. Überall hört man Stimmen in Deutsch, Arabisch, Französisch, Englisch. Auf der Bühne wirbeln afrikanischer Tanz und irische Folklore. Kirchen- und Moscheegemeinden, Flüchtlingsberatungsstellen und -initiativen sowie Kultur- und Integrationszentren informieren an zahlreichen Ständen über ihre Arbeit.

Sabine Kern wünscht sich, dass die heutigen Erfahrungen einer offenen, integrativen Gesellschaft anhalten: „Habt keine Angst vor anderen Menschen! Hört euch doch erst einmal an, was dieser Mensch kann, welche Träume und Hoffnungen dieser Mensch hat. Und dann merkt man, dass man sich gar nicht groß unterscheidet, und dass wir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.“

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